Somatisierung und Tiefsomatisierung
Die Somatisierung und die Tiefsomatisierung sind sehr wirksame Verfahren aus dem "Methodenkoffer" der Hirt-Methode.
BV
12/11/20253 min read
Die Empfehlung, täglich zu meditieren, sich eine tägliche kleine Auszeit zu nehmen, oder zumindest einmal am Tag seinen eigenen Atem bewusst wahrzunehmen, dürfte fast jeder schon einmal gehört haben.
Das Somatisierungs-Verfahren macht hierfür einen Vorschlag: In täglich nur 4 Minuten etwas Zeit für sich selbst und etwas Achtsamkeit in das eigenen Leben zu bringen.
Die Somatisierung kann man sich vorstellen wie eine Mischung aus Autogenem Training und Progressiver Muskelentspannung. Sie besteht aus einer täglichen Übung (bevorzugt morgens) von ca. 3 - 4 Minuten Dauer und empfohlenen 3 bis 6 täglichen Kurzübungen von jeweils ca. 10 Sekunden.
Es werden die vier Vorstellungsbilder Ruhe, Erfolg, Dankbarkeit und Gesundheit empfohlen, die man idealerweise im wöchentlichen Wechsel anwendet. Hirt-Methodiker erhielten früher vom Hirt-Institut Empfehlungen für individuelle Anpassungen, also alternative oder ergänzende Vorstellungs-bilder, je nach persönlichen Lebensumständen.
Leicht zu lernen - Entspannung ist ein Handwerk
Der Ablauf der Somatisierungs-Übungen ist in den Kursordnern der Hirt-Methode (HM) erklärt, und sehr leicht zu erlernen. Auch hier gilt wieder: Das Verfahren ist einfach, es intellektuell zu verstehen kein Problem. Entscheidend ist die regelmäßige (hier tägliche Anwendung): Durch Wiederholung entfaltet sich die Wirkung der immer wieder verinnerlichten Vorstellungsbilder. Und durch Übung wird man besser. Entspannung ist ein leicht zu erlernendes Handwerk. Man sollte es einüben, statt zuviel über das Verfahren selbst nachzudenken.
Zur Erleichterung der Einübung wurden damals Cassetten - für jedes der Vorstellungsbilder eine - mit Josef Hirt als Sprecher herausgebracht. Bis in die 2010er Jahre konnte man beim Hirt-Institut CDs erwerben, auf denen alle vier Vorstellungsbilder enthalten waren.
Diese Cassetten / CDs erleichtern die Einübung, es geht aber auch gut ohne sie. Wer geübt ist, mag sie vielleicht dauerhaft benutzen. Ein geführter Durchgang dauert ca. 8 Minuten entgegen 3 - 4 Minuten, wenn man die Übung ohne sie macht. Meiner Erfahrung nach wird die Wirkung der Übungen durch die Audiospur leicht verstärkt. Klar auch: Da wir nicht mehr im Cassetten-Zeitalter leben, bietet sich die Digitalisierung an. Ich habe die entsprechenden MP3s auf der Hörbuch App (Bound) meines Smartphones gespeichert.
"Wunderberichte" von Hirt-Methodikern
Für mich ist die Somatisierung eine angenehme Gewohnheit. Mir gelingt meistens sehr schnell eine recht tiefe Entspannung, und die Vorstellungsbilder beeinflussen mein Leben positiv. Ein Wundermittel ist es für mich nicht.
Allerdings haben früher immer wieder Hirt-Methodiker über massive Gewinne berichtet. Es hängt sicherlich davon ab, wo der Anwender "herkommt". Wer massive gesundheitliche Schwierigkeiten hat, mag auch massive Gewinne durch die Somatisierung erlangen. In den Kursordnern der HM sind einige Erfahrungsberichte abgedruckt. Wobei das Hirt-Institut ausdrücklich darauf hinweist, nicht einmal die spektakulärsten Berichte wiederzugeben.
Tiefsomatisierung: Der Goldstandard für tiefe Entspannung
Als Erweiterung der normalen Somatisierung gibt es die Tiefsomatisierung. Sie besteht aus einer 15 bzw. 25-minütigen Übung. Ich empfehle, sie frühestens nach etwa 4 Monaten täglicher Anwendung der normalen Somatisierung erstmals anzuwenden. Mit der Tiefsomatisierung bekomme ich einen sehr tiefen Entspannungszustand hin. In Zeiten enormer beruflicher Belastung - als ich nachts im ca. 1,5 stündigen Wechsel schlief und arbeitete - machte ich in jeder nacht ca. 3 Tiefsomatisierungen. Ein Extrembeispiel, und sicherlich nicht im Sinne des Erfinders. Gewirkt hat es trotzdem, und mir über diese Arbeitsspitzen hinweggeholfen.
Heute mache ich ein- bis zwei-mal pro Woche eine Tiefsomatisierung. Am besten wirkt hier die Version mit 25 Minuten.
Die Tiefsomatisierung ist im 6. Kursordner der HM beschrieben. In der vorerst letzten Ausgabe der Hirt-Methode (ca. aus den späten 2010er Jahren) ist sie nicht mehr beschrieben. Die Audios zur Tiefsomatisierung sind hier sehr hilfreich - sie dienen hier nämlich nicht zur Einübung. Mit ihnen gelingt die tiefe Entspannung viel besser, und daher empfehle ich, sie bei jeder Tiefsomatisierung zu verwenden, auch wenn man schon geübt ist.
Die Tiefsomatisierungs-Cassetten sind extrem schwer zu bekommen. Sie wurden meines Wissens nach - im Gegensatz zu den vier Vorstellungsbildern, siehe oben - nie in Form einer CD vom Hirt-Institut angeboten.
Ein vollständiger Satz Somatisierungs-Cassetten des Hirt-Instituts