Das Betriebssystem für das eigene Leben

Dem eigenen Leben ein Ziel zu geben, und das Leben selbst zu steuern - hierfür bietet die Hirt-Methode hervorragende Verfahren. Und mit wenigen Anpassungen ist es fertig: Das Betriebssystem für das eigene Leben!

BV

12/9/20254 min read

purple and blue light digital wallpaper
purple and blue light digital wallpaper

Erfahrung

Werte

Wünsche

Ziele

Wenn wir an die Gestaltung unseres eigenen Lebens denken, dann spielen sicherlich Faktoren wie die bisherige Lebenserfahrung, Werte, Wünsche und konkrete Ziele eine Rolle.

Je mehr wir uns dieser Faktoren bewusst sind, umso stärker können wir unser eigenes Leben gestalten, statt das Leben an uns vorbeiziehen zu lassen.

Doch selbst wenn wir über diese vier Faktoren Klarheit haben, sind wir weit von einer Gestaltung des eigenen Lebens entfernt!

Wissen und Ziele alleine reichen nicht aus

Es braucht Verfahren, die in ein System eingebettet sind. Ich nenne es hier das Betriebssystem für das eigene Leben. Dieses Betriebssystem für das eigene Leben ist von mir erdacht, und nicht in der Hirt-Methode (HM) beschrieben. Es ist eine Zusammenstellung der wichtigsten Verfahren der HM zu einem anwendbaren System für die Gestaltung des eigenen Lebens.

Bevor wir uns das im Detail ansehen, hier einige Grundsätze aus meiner Erfahrung

  • Jahresziele auf Quartalsziele, Monatsziele auf Wochenziele und Tagesziele runterzubrechen, bringt keinen Erfolg. Es schadet eher.

  • Es braucht eine Langzeitplanung für alle Verfahren der HM, die seltener als 1x jährlich ausgeführt werden

  • Sich nur einmal im Jahr mit seinen Lebenszielen zu beschäftigen, ist zu wenig

  • Es bedarf einiger monatlicher und vierteljährlicher Routinen

Am Anfang stehen Ziele

Persönliche Jahresziele zum Beispiel. Legen Sie Ihre eigenen Jahresziele fest. Hierzu können Sie das Schema des "3-stufigen Jahresplans" aus der HM verwenden. Irgendein anderes Schema für Jahresziele tut es auch. Hauptsache, es gibt schriftlich festgelegte persönliche Ziele für das Jahr.

Nicht alle Ziele sind gleich geschaffen

Wenn Sie sich Jahresziele setzen, ist der entscheidende nächste Schritt, zu erkennen, um welche Art von Zielen es sich handelt. Denn dieses Erkennen legt fest, welche Maßnahmen Sie treffen, damit Sie Ihre Ziele erreichen können. Je nachdem, um was für Jahresziele es sich handelt, brauchen Sie Werkzeuge, um zu erreichen, dass die Ziele unmittelbar erreicht werden, oder sie erinnert werden, oder sie zur Routine werden.

Ungewisse, und schwer lösbare Ziele

Es gibt Jahresziele, die mit schwer lösbaren Aufgaben und mit Ungewissheit verbunden sind. Beispiel: Sie wollen sich ein Haus kaufen, wissen aber noch nicht, welches, wissen noch nicht, ob Sie ein Haus finanzieren können.

Sie wollen sich ein Haus kaufen, wissen aber noch nicht, welches, wissen nicht, wie aktuell die Preise sind, ob Sie ein Haus finanzieren können, usw. Sprich: An diesem Jahresziel hängen viele Einzelaufgaben, und Sie wissen noch nicht im Detail, ob Sie es überhaupt erreichen können und wie Sie es erreichen. Für solche Aufgaben erstellen Sie D-Pläne gemäß HM.

Ziele, die mit wenig Ungewissheit verbunden sind

Es gibt Jahresziele, die rein quantitativer Natur sind. Sie wissen mit großer Sicherheit, Sie können sie erreichen. Beispiel: Sie wollen ein Jahr lang mindestens 1 x im Monat Ihre Eltern besuchen, oder mindestens 4 x pro Jahr Blut spenden. Hierfür braucht es keinen D-Plan. Monatliche Erinnerungen reichen aus. Diese können Sie in eine ToDo-App wie MS ToDo oder im Hirt-Zeitplanbuch im Vornotierungsblatt für jeden Monat des Jahres im Voraus eintragen.

Neue Gewohnheiten als Ziele

Es gibt Jahresziele, die die Eingewöhnung einer neuen Gewohnheit zum Ziel haben. Es geht um neue Routinen, oder neue Verhaltensweisen. Bei neuen, z.B. täglichen Routinen – etwa jeden Tag 10.000 Schritte zu gehen – setzen Sie sich tägliche Erinnerungen, z.B. in einer ToDo-App oder in einem Kalender. Zusätzlich können Sie sich für Tages- oder Wochenrückblicke vormerken, die Ausführung der Routinen zu überprüfen. Das ist sinnvoll, da es sich um tägliche Routinen handelt, die im Gedächtnis verinnerlicht werden sollen.

Das machen Sie so lange, bis die neue Routine zur Gewohnheit geworden ist, so wie das tägliche Zähneputzen. Sobald das der Fall ist, brauchen Sie keine täglichen Erinnerungen oder Selbstkontrollen mehr.

Wenn-dann-Verhaltensweisen als Ziele

Ein Sonderfall der als Jahresziele festgelegten Routinen sind „wenn-dann“-Verhaltensweisen. Sie wollen auf bestimmte äußere Auslöser anders reagieren als bisher. Beispiel: Sie wollen ruhiger bleiben, wenn Sie etwas ärgert, oder Sie wollen immer dann direkt Ihre Meinung sagen, wenn jemand Ihre Grenzen überschreitet. Da Sie naturgemäß nicht wissen können, wann diese Auslöser eintreten, können Sie hier keine (täglichen) Aufgaben planen. Hier bietet sich an: Die gewünschte Verhaltensweise als „vorgewählte Verhaltensweise“ gemäß HM beschreiben und dokumentierten. Ergänzend kann in den Tages- und den Wochenrückblick eine Selbstreflexion aufgenommen werden, ob Auslöser eingetreten sind, und wie Sie selbst darauf reagiert haben.

Regelmäßige Beschäftigung mit den eigenen Zielen

Bewährt hat sich bei mir eine monatliche Durchsicht meiner Jahresziele und eine vierteljährliche Durchsicht aller meiner offenen D-Pläne und meiner aktuellen Dynamischen Analysen. Das betrifft dann auch alle D-Pläne und Dynamischen Analysen, die im Jahresverlauf hinzukommen, und keinen Bezug zu den festgelegten Jahreszielen haben.

Auch hier wieder unverzichtbar: Machen Sie aus diesen monatlichen und vierteljährlichen Tätigkeiten regelmäßige Aufgaben. Zum Beispiel in einer ToDo-App als wiederkehrende Aufgabe oder als sich wiederholende Termine im Kalender (dabei ist es es egal, ob sie im elektronischen Kalender einen Termin mit unendlich vielen Wiederholungen einstellen, oder sich einmal im Jahr die Zeit nehmen, die Aufgaben für das kommende Jahr im Voraus in einen Kalender in Papierform einzutragen). Hauptsache, es ist eingetragen. Was nicht eingetragen ist, gerät schnell in Vergessenheit. Der Alltag hat uns wieder, und wir verlieren die Kontrolle. Da die Abstände – monatlich oder vierteljährlich – relativ groß sind, kann sich hier keine Gewohnheit einstellen. Gewohnheiten funktionieren nur, wenn sie täglich angewendet werden – was hier aber nicht zielführend wäre.

Die vierteljährliche Routine umfasst bei mir weitere Themen. Zum Beispiel:

  • Durchsehen meine Ideenspeichers

  • Ausführen ausgewählter Hirt-Verfahren, die seltener als 1x jährlich ausgeführt werden sollen – die entsprechenden Quartale für diese Aufgaben sind im Voraus von mir festgelegt

Der letzte Baustein: Einen wichtigen Grundsatz hinzufügen

Zu diesen einfachen regelmäßigen Aufgaben kommt der Grundsatz hinzu, für jedes wichtige Vorhaben immer einen D-Schnellplan anzulegen. Bei sehr wichtigen Vorhaben einen großen D-Plan. Im Schnitt habe ich ständig ca. 4 bis 6 D-Schnellpläne in Bearbeitung und einen bis höchstens zwei große D-Pläne. Die D-Pläne erhöhen bei jedem Vorhaben die Erfolgsaussichten erheblich, und damit steigt die eigene Selbstsicherheit. Außerdem wirken sie bei mir wie ein Filter: Ist eine Idee, ist ein Vorhaben wirklich wichtig? Ist es Spielerei? Nur was wichtig ist, kommt in einen D-Plan. Unwichtiges verdient keinen D-Plan und wird verworfen. Damit ist sinn- und zielloser Aktionismus weitgehend aus meinem Leben verbannt.

Mit der hier beschriebenen Vorgehensweise gelingt ein Betriebssystem für das eigene Leben. Es erfordert etwas analytisches Denken und etwas Disziplin. Es ist leicht umzusetzen, und der Erfolg ist bereits nach wenigen Monaten sichtbar.